Sucht verstehen und überwinden

Sucht – ein Teufelskreis

Eine Sucht ist ein mächtiger Gegner. Denn häufig kommen dabei fehlgesteuerte Belohnungsmechanismen im Gehirn zum Tragen: Hormone wie Dopamin führen dazu, dass der/die Suchtkranke ein ständiges, zwanghaftes Verlangen nach dem Suchtmittel hat, dass er/sie die Kontrolle über Menge und Zeitpunkt verliert und immer mehr möchte. Bald kreisen die Gedanken nur noch um das Suchtmittel. Beziehungen, Arbeit und Hobbys werden vernachlässigt. Ein Teufelskreis beginnt. Und obwohl Suchtkranke wissen, dass ihnen schädliche Folgen drohen, können sie (ohne Hilfe oft) nicht aufhören. Meist leugnen sie auch ihre Sucht gegenüber sich und anderen. Doch Sucht ist eine Krankheit, die sich gut behandeln lässt.

Sucht – ein weit verbreitetes Phänomen

Wichtig ist aber auch: Sucht betrifft viele Menschen. Allein in Deutschland gibt es derzeit ca. 1,8 Millionen Alkoholabhängige (Zahlen von 2019). Geschätzt 7,8 Millionen trinken riskant und gesundheitsschädigend. 1,4 Millionen Menschen sind abhängig von Medikamenten. Rund 600.000 haben einen problematischen Konsum von Cannabis und 320.000 gelten als drogensüchtig. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Zigaretten lag im Jahr 2015 geschätzt bei etwa 1.000 Stück pro Einwohner. Hinzu kommen Verhaltenssüchte wie Essstörungen, Glücksspiel-, Computer- und Arbeitssucht.

Sucht – keine Privatsache

Eine Sucht geht nicht nur die Kranken selbst etwas an. Auch das unmittelbare Umfeld – Partner, Arbeit, Freunde, Familie – ist betroffen. Besonders fatal ist eine Sucht der Eltern oft für Kinder. Etwa 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wachsen mit einem alkoholkranken Elternteil auf. Rund 30.000 bis 60.000 haben einen drogenabhängigen Vater oder eine drogenabhängige Mutter. Auch andere Suchterkrankungen beeinflussen Kinder- und Jugendliche negativ. Ein gelungener Kampf gegen die eigene Sucht lindert somit auch das Leid von anderen.

Zahlen und Fakten

  • 1.8 Mio.
    Alkoholabhängige
  • 7.8 Mio.
    mit riskantem Alkoholkonsum
  • 1.4 Mio.
    Medikamentenabhängige
  • 600 Tsd.
    mit riskantem Cannabiskonsum
  • 320 Tsd.
    Drogensüchtige

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